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Der Weg, wie ich zum Skifahren kam, beschreiben mein Vater, meine Mutter und mein Bruder. Ich danke ihnen für die Verfassung der folgenden Texte:
Mein Vater beschreibt die Zeit von meinem 4. bis 15. Altersjahr:
"Als Dreijähriger stellte ich Cornel auf die "Rutscherli", es beeindruckte sofort, wie wohl es ihm war das Gleichgewicht zu halten und wie er sofort losfuhr und erst am Ende der Garageneinfahrt umfiel, ohne zu reklamieren. Sonntags war es im Winter üblich, dass wir mit der Familie mit angeschnallten Skis und Fell, (Cornel im Huckepack und Mario am Seil) zur Skihütte auf dem Stöcklichrüz wanderten. Ich weiss noch genau, abends bei der Talabfahrt: Cornel klebte hinten an mir und fuhr im Stemmbogen hinunter bis zum Bräggerhof, ohne zu stürzen! So ging es auch im JO-Lager in Obersaxen, wo er als 5-jähriger einfach mit der JO-Gruppe mitgehen wollte. Schon am 2.Tag mussten die 7-8 jährigen JO-Kinder schauen, dass sie gleich gut waren. In den Skiferien wollten wir Eltern, dass beide Jungs einen halben Tag in die Skischule gehen würden - es war ein Kampf bis das klappte...! Doch fürs Abschlussrennen waren beide motiviert, natürlich hatte ich die Ski gewachsen! Die Ränge 1 und 2 als die jüngsten Teilnehmer war der Lohn und Energie für den Rennsport. Cornel ging auch zur Fussballschule, um später auch in den Junioren-Mannschaften des SC Siebnen Fussball zu spielen. Auch Streethockey war eine Leidenschaft! Für all die Kondition fuhren wir viel Velo, im Sommer so viel, dass wir später fast alle Schweizer Pässe meisterten. Auch an Bikerennen nahm er teil. Damals war der Volksbank Grand-Prix für Läufer der grösste Hit. Ein regelmässiges Konditionstraining reichte Cornel sogar, um dort bis ins Finale in Bern zu gelangen. Doch die grösste Leidenschaft war und blieb das Skifahren...
Langsam wurde alles aufwändiger - das Material musste stimmen. Am Samstagvormittag mussten die Jungs die Schreinerei aufräumen, so quasi um mir zu zeigen, dass diese Freizeitbeschäftigung geschätzt wird. Ich setzte alles daran, gute Ski, Bindung und das entsprechende Schuhwerk bereit zu stellen. Schon bei den Animationsrennen war Cornel schwer zu schlagen, manchmal machte ihm die Migräne so zu schaffen, dass er nicht einmal aufs Podest steigen konnte. Sein Ehrgeiz immer besser zu werden zeigte sich wie er am TV Vreni Schneider und Pirmin Zurbriggen genau verfolgte. Dabei kam die Idee, bei Vreni an den Rennkursen teilzunehmen. Ab und zu hatte er auch Launen (trotzköpfig), so war er an seinem ersten Slalomrennen nicht wie alle anderen auf der Piste um den Parcour anzuschauen, nein er war neben der Abschrankung und lief dort hinauf. "So einen Seich fahre ich nicht!", war sein Kommentar. Doch er fuhr und gewann dann auch seine Kategorie. In dem ZSV-Regionalkader konnte damals die Technik, um weiter zu kommen, nicht so profimässig vermittelt werden wie heute. Da entschied sich Cornel die Aufnahmeprüfung für Engelberg zu machen. Für ihn war dies sicher eine grosse Umstellung, weg von zu Hause, Wachstum, Schule, grössere Konkurrenz im Sport, dass alles musste verkraftet werden. Die damaligen Trainer Herr und Frau Staudinger waren wahrscheinlich das Optimale um später in die höheren Kader aufzusteigen."
Meine Mutter beschreibt die Zeit in der Sportmittelschule Engelberg:
"Beruf oder Sport, Sport oder Beruf? Vor dieser Entscheidung stand Cornel wie alle anderen im Alter von 15 Jahren. Wobei es für ihn schon lange feststand, ich will Skirennfahrer werden. Aber nicht nur irgendwo mitfahren, nein ich will ganz nach oben. Von einem Kollegen erfuhren wir, dass in Engelberg im Jahr 1995 ein Skigymnasium eröffnet wird. Da stand es für Cornel fest, da will ich hin und meine erste Chance nutzen. Sein Kollege Ralph Stamm, ebenfalls aus dem ZSV Kader, war schon ein Jahr früher in Engelberg in die Schule eingetreten. Im Frühjahr 1996 machte Cornel die Aufnahmeprüfung für die Sportmittelschule. Ich weiss es noch, wie wenn es heute wäre. Die Wetterbedingungen waren nicht optimal, aber er schaffte es, wenn auch mit ein bisschen Glück. Nun stand es fest: Ein neuer Lebensabschnitt beginnt für ihn und für uns. Ab August absolvierte er die 3. Sekundarschule in Engelberg. Die Motivation war da, für den Sport sicher ein bisschen grösser als für die Schule...! Jetzt war Internatsstimmung angesagt, das heisst die ganze Woche von zu Hause weg, selbstständig (natürlich unter Aufsicht) für die Schule zu lernen und Ordnung zu halten. Für ihn kein all zu grosses Problem, denn er war schon früher in vielen Trainingscamps und auf sich selber angewiesen. Die Distanz zwischen Siebnen und Engelberg teilten die Familie Stamm und wir gegenseitig auf um die Jungs zu holen oder wieder zu bringen, zumindest so lange bis sie selber Autofahren konnten. Auch mit Sack und Pack waren sie öfters mit dem Zug unterwegs. In den Wintermonaten war es manchmal schon eine harte Zeit. Da waren an Samstagen und Sonntagen irgendwo Skirennen angestagt und spät abends noch der Transfer nach Engelberg. Cornel hatte mit seinen 15 Jahren noch nicht die optimale Sportler Figur. Manchmal hatten wir das Gefühl, dass er nicht immer ernst genommen wurde. Aber was das Skifahren anbelangte, liess er nie locker. Ein Jahr später entschied er sich für die Hotelhandelsschule. Er durfte die Ausbildung von 3 Jahren im Hotel Bellevue in Engelberg absolvieren. Diese dauerte ein Jahr länger, da die Absenzen durch das Training gross waren. Während der Ausbildung gab es auch einen kleinen Lohn. Um sich noch zusätzlich Sackgeld zu verdienen, war er auch dabei, wenn es hiess den Gästen die Koffer aufs Zimmer zu tragen. Ich hatte das Gefühl, dass ihm dieser Beruf Spass machte. Er bestand die Prüfung und die Zeit in Engelberg ging langsam zu Ende. Er wollte zuerst ein Jahr anhängen um den KV- Abschluss zu machen. Doch nochmals ein Jahr zur Schule gehen wollte er sich nicht mehr antun. Nein, ich will mich jetzt voll aufs Skifahren konzentrieren. Natürlich konnte er das nur durch die volle Unterstützung der Eltern. Er blieb noch ein weiters Jahr in Engelberg um mit vier Kollegen und Kolleginnen in einer WG zu leben. In all diesen Jahren erkämpfte er sich immer wieder gute Resultate in verschiedenen Rennen. Dies bedeutete auch einen Vormarsch in der Punkteliste. Auch wenn sicher nicht immer alles so lief, wie er es gerne gehabt hätte, die Zeit möchte er sicher nicht missen, denn es war bestimmt eine grosse Lebensschulung für ihn."
Mein Bruder Mario beschreibt die Zeit nach meiner Rückkehr von Engelberg bis vor der Saison 05/06:
Zum Glück darf ich den letzten Teil dieser Biografie schreiben. Denn in unserer Kindheit hatten wir eine typische Brüder-Feindschaft. Sobald wir zu viel Zeit miteinander verbrachten, endete dies im Streit. Doch als Cornel nach Engelberg ging, änderte sich nicht nur sein Leben, sondern auch meins. Ich hatte plötzlich niemanden mehr um zu streiten! Unser Verhältnis zu einander änderte sich dann allerdings als Cornel mit gut 19 Jahren aus Engelberg zurückkam. Wir kamen uns „endlich“ näher. Wir konnten uns jetzt unterhalten und sogar miteinander in den Ausgang gehen. Früher hätte dies wohl keine 10 Minuten gedauert. Ich war seit der Entscheidung, das Cornel nach Engelberg geht, immer tief beeindruckt von dem was er tat. Weg von der Familie und den Kollegen, hinein in ein neues Leben. Auch später, als er einige Male untendurch musste, biss er immer wieder auf die Zähne! Manchmal hätte er den Bettel hinschmeissen können, aber nicht Cornel! Am Anfang seiner Kariere als FIS-Fahrer dachten eigentlich alle noch, dass Cornel ein Slalom Talent sei. So konnte er am 14.12.1996 natürlich auf dem Hoch-Ybrig seinen ersten FIS-Salom bestreiten. Er sah allerdings, (wie so viele andere Male) das Ziel nicht. Am zweiten Tag allerdings kam er als 58. und einem 150er Resultat ins Ziel. Nach drei harten Jahren im Junioren Verbandskader des ZSV, gelang ihm der Aufstieg in das Interregion-Kader-Mitte. In den zwei Jahren als er in der Interregion war, musste er oft unten durch. So dass er Ende Winter ohne Kaderzugehörigkeit da stand. Aber ein Züger denkt nicht so schnell ans aufgeben. Er musste sein Training während dem Sommer und Herbst selber organisieren, um sich dann in den internen Ausscheidungen wieder zu empfehlen. Im Nachhinein war das wahrscheinlich eines seiner wichtigsten und wegweisensten Jahre im Skizirkus. Es gelang ihm dann im Frühling der Aufstieg in das Swiss Ski- C-Kader. Im Januar 2002 schaffte er dann auch die ersten Top-Ten-Resultate an FIS-Rennen. In Wengen an der Junioren SM gelangen ihm zwei 9. Plätze auf der Abfahrt. Mit diesen guten Resultaten konnte er sich auch für höhere Aufgaben aufdrängen. Denn eine Woche später durfte er in St.Moritz die ersten Europacup-Rennen bestreiten. Dann durfte Cornel an der Ski-WM in St. Moritz im Februar 2003 als Vorfahrer an den Start. Endlich, konnte er sich beweisen! Er beeindruckte einige Trainer, die am Hang standen. Dieses Erlebnis brauchte er wohl, denn dadurch ist ihm der Knopf endgültig aufgegangen! An der SM in Verbier, wo noch ein halbes Jahr zuvor sein Kollege Werner Elmer tödlich verunfallte, wurde er 4. Vor ihm waren nur Defago, Cuche und Kernen klassiert. Einen Tag darauf gelang ihm auf derselben Strecke mit einem 3. Platz sein erster Podestplatz an einem FIS-Rennen. Mit diesen Resultaten wurde er dann auch in das Swiss Ski C-Kader aufgenommen. In der Saison 03/04 war wieder in St.Moritz ein Karriere Höhepunkt. Er gewann zum ersten Mal ein FIS-Rennen. Zwei Wochen später durfte er dann sogar an seinem ersten Weltcup Rennen starten! In Val Gardena schaute auf der Abfahrt ein 42. Rang heraus. Weiter gelangen ihm Spitzenresultate im Europacup, was ihm dann einen Startplatz in Wengen brachtet. Leider konnte das Rennen wegen zu schlechter Witterung nicht durchgeführt werden. Ich bin heute noch der Meinung, dass ihm dort die ersten Weltcup-Punkte gelungen wären. Die Saison 04/05 verbrachte er dann aber wieder mit FIS- und Europacup-Rennen. Mit ansprechenden Leistungen konnte er sich dann allerdings für die Weltcuprennen in Garmisch qualifizieren. Nach einem 44. und 34. Rang durfte er kurz darauf, (anstelle von Paul Accola) mit nach Norwegen. Dort holte er auf der Abfahrt mit einem 28. Rang seine ersten Weltcup Punkte! Einen Tag darauf durfte er auch zum ersten Mal an einem Super-G im Weltcup starten. All diese starken Resultate konnten auch die Trainer nicht übersehen. Es gelang ihm zwar nicht der Aufstieg ins A-Kader, aber er konnte die ganze Vorbereitung für den Winter 05/06 mit der Weltcup Speed-Gruppe trainieren. Dadurch durfte er mit nach Argentinien ins Trainingslager und Mitte November wird er mit den erprobten Weltcupfahrer nach Übersee reisen, um dort in Lake Louise und Vail Beaver Creek die ersten Weltcuprennen bestreiten (Wenn er sich qualifiziert). Ich wünsche ihm für diese Rennen viel Erfolg und hoffe, dass er mit guten Resultaten sich für die weiteren Weltcuprennen in Europa aufdrängen kann! Cornel du hast meine Unterstützung und die vieler anderer!
Viel Glück in Zukunft und bleib ohne grössere Verletzungen!
Dein Bruder
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